Alesse (Levonorgestrel / Ethinyl Estradiol) – Patienteninformation
Alesse ist ein Kombinationspräparat zur hormonellen Empfängnisverhütung mit den Wirkstoffen Levonorgestrel (Gestagen) und Ethinylestradiol (Östrogen). Es wird in einem festen Einnahmeschema angewendet und kann außerdem dazu beitragen, den Zyklus zu stabilisieren.
Diese Seite bietet eine patientenfreundliche Übersicht. Sie ersetzt nicht das persönliche Gespräch mit Arzt oder Apotheke. Wenn Sie Fragen zu Ihrer Situation, zu Begleiterkrankungen oder Wechselwirkungen haben, lassen Sie sich individuell beraten.
1) Basis-Produktinformationen
| Eigenschaft | Information |
|---|---|
| Arzneimittelname | Alesse |
| Wirkstoffe | Levonorgestrel / Ethinyl Estradiol |
| Arzneimittelart | Kombiniertes orales Kontrazeptivum (COC) |
| Darreichungsform | Filmtabletten (übliches Einnahmeschema: 21 Tage + Pause bzw. Placebo- bzw. Pausephase je nach Packung) |
| Hauptzweck | Schwangerschaftsverhütung |
| Typischer Einsatz | Regelmäßige tägliche Einnahme im gleichen Zeitfenster |
Hinweis: Zusammensetzung und Kalender-Schema können je nach Packung leicht variieren. Prüfen Sie daher unbedingt die Angaben in Ihrer Packungsbeilage und die aufgedruckte Einnahmebeschriftung Ihrer Blisterpackung.
2) Wie Alesse wirkt (Wirkmechanismus)
Alesse gehört zu den kombinierten oralen Kontrazeptiva. Die beiden Wirkstoffe wirken zusammen, um eine Schwangerschaft zu verhindern:
- Hemmung des Eisprungs: Ethinylestradiol und Levonorgestrel beeinflussen die Steuerung durch das Gehirn (Hypothalamus/Hypophyse). Dadurch wird der Eisprung häufig verhindert.
- Veränderung des Zervixschleims: Der Schleim im Gebärmutterhals wird zäher, wodurch das Durchdringen von Spermien erschwert wird.
- Veränderung der Gebärmutterschleimhaut: Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass eine befruchtete Eizelle sich einnistet.
Wichtig: Auch wenn Alesse sehr zuverlässig ist, ist es bei falscher Einnahme oder schweren Magen-Darm-Störungen nicht immer optimal geschützt. Halten Sie sich deshalb an das empfohlene Einnahmeschema.
3) Pharmakokinetik – was der Körper mit den Wirkstoffen macht
Pharmakokinetik beschreibt, wie der Körper Wirkstoffe aufnimmt, verteilt, verstoffwechselt und wieder ausscheidet. Bei Kombinationspräparaten wie Alesse sind diese Abläufe gut verstanden.
- Aufnahme: Levonorgestrel und Ethinylestradiol werden nach oraler Einnahme aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Die maximale Konzentration im Blut wird typischerweise innerhalb einiger Stunden erreicht.
- Verteilung: Die Wirkstoffe sind größtenteils an Transportproteine im Blut gebunden.
- Verstoffwechselung: Abbau und Umwandlung erfolgen überwiegend in der Leber. Dabei spielen Enzymsysteme eine Rolle, die auch für Arzneimittelwechselwirkungen relevant sind.
- Ausscheidung: Metaboliten werden überwiegend über die Ausscheidung (v. a. über den Urin und/oder die Galle) entfernt.
In der Praxis bedeutet das: Die Einnahme regelmäßig und möglichst zur gleichen Uhrzeit hilft, gleichmäßige Wirkspiegel zu erreichen. Außerdem ist das Thema Wechselwirkungen besonders wichtig, wenn bestimmte Medikamente die Leberenzyme beeinflussen.
4) Typische Anwendung und wann man beginnt
Für wen ist Alesse typischerweise gedacht?
Alesse wird vor allem zur Empfängnisverhütung eingesetzt. Viele Anwenderinnen empfinden außerdem eine regelmäßigere Blutung und weniger Zyklusbeschwerden als Vorteil.
Beginn der Einnahme – typische Varianten
- Start am 1. Zyklustag: Beginnen Sie mit der Einnahme am ersten Tag der Menstruation. Dann besteht meist sofortiger Empfängnisschutz.
- Start später im Zyklus: Wenn Sie später beginnen, kann je nach Tag im Zyklus eine zusätzliche Barrieremethode (z. B. Kondom) für eine gewisse Zeit erforderlich sein.
- Umstellung von anderem Verhütungsmittel: In solchen Fällen hängt der richtige Startzeitpunkt vom vorherigen Präparat ab (z. B. Pille, Pflaster, Ring, Hormonimplantat, Hormonspirale).
Da Details vom individuellen Kontext abhängen, orientieren Sie sich bitte an der Packungsbeilage oder fragen Sie Ihre Apotheke. Für die Wirksamkeit ist die korrekte Startphase entscheidend.
5) Einnahme-Timing: So nehmen Sie Alesse richtig ein
Alesse wird täglich eingenommen. Der wichtigste Grundsatz ist: möglichst zur gleichen Uhrzeit.
- Kontinuierlich: Nehmen Sie die Tabletten nach dem auf der Packung angegebenen Schema ein.
- Vergessene Einnahme: Bei einer vergessenen Tablette ist das Vorgehen abhängig von wie viele Stunden seit dem üblichen Zeitpunkt vergangen sind und in welcher Einnahmewoche die Tablette vergessen wurde. Auch hier gelten die genauen Hinweise aus der Packungsbeilage.
- Erbrechen/Durchfall: Wenn innerhalb kurzer Zeit nach der Einnahme starkes Erbrechen auftritt oder schwerer Durchfall besteht, kann die Aufnahme beeinträchtigt sein. Dann kann eine zusätzliche Verhütung (z. B. Kondom) bis zur nächsten korrekt eingenommenen Tablette nötig sein.
Praktischer Tipp: Stellen Sie sich eine Kalender-Erinnerung oder nutzen Sie eine Uhr-/Handy-Reminder. Viele Einnahmeprobleme entstehen nicht durch Absicht, sondern durch Alltag.
6) Typische Indikationen und Einsatzbereiche
In der Regel besteht die Indikation für Alesse in der hormonellen Schwangerschaftsverhütung. Zusätzlich kann es bei manchen Frauen den Zyklus beeinflussen und Blutungsmuster verbessern.
- Empfängnisverhütung (Hauptindikationsgebiet)
- Zyklusregulierung (z. B. regelmäßigere Blutungen; je nach individueller Situation)
- Behandlung ausgewählter hormonbedingter Beschwerden kann außerhalb der reinen Verhütung thematisiert werden; entscheidend ist jedoch die individuelle ärztliche Beurteilung und die jeweilige zugelassene Indikation.
Wenn Sie das Präparat aus einem besonderen Grund wählen (z. B. Akne, Regelschmerzen, Zyklusunregelmäßigkeiten), besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Alesse dafür geeignet und vorteilhaft ist.
7) Dosierung: Standard-Schema
Die Dosierung von Alesse folgt einem feste(n) Schema entsprechend der Packung. Üblicherweise handelt es sich um:
- 1 Tablette täglich, beginnend an einem definierten Tag
- Einnahme über mehrere Tage (häufig 21 Tage) und anschließend eine Pausephase bzw. eine Phase ohne Wirkstoff (je nach Produktaufmachung)
- Beginn der nächsten Packung zum vorgesehenen Zeitpunkt
Wichtig: Ändern Sie das Schema nicht eigenständig. Halten Sie sich an die Hinweise in der Packungsbeilage und an die Anweisung Ihrer Fachperson.
8) Sicherheit & Sicherheitsprofil – worauf Sie achten sollten
Wie bei allen hormonellen Kombinationspräparaten gibt es Risiken und Situationen, in denen Alesse möglicherweise nicht geeignet ist. Sprechen Sie unbedingt frühzeitig mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, wenn bei Ihnen eines der nachfolgenden Kriterien zutrifft.
Wichtige Vorsichtspunkte (Auszug, nicht vollständig)
- Erhöhtes Thromboserisiko (z. B. persönliche oder familiäre Vorgeschichte von Thrombosen/Embolien, bestimmte Gerinnungsstörungen)
- Bestimmte Migräneformen (insbesondere Migräne mit neurologischen Ausfällen)
- Starkes Rauchen (insbesondere in höherem Alter) – erhöht das Risiko für Gefäßereignisse
- Schwere Lebererkrankungen oder bestimmte Lebertumoren
- Ungeklärte Blutungen aus der Scheide
Warnzeichen: Sofort medizinische Hilfe
Suchen Sie sofort medizinische Hilfe, wenn während der Anwendung Warnzeichen auftreten, z. B.:
- Starke Brustschmerzen, Atemnot oder plötzlicher Husten mit Blut
- Einseitige starke Beinschmerzen oder Schwellung
- Plötzliche Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder Sehstörungen
- Starker, ungewohnter Kopfschmerz (insbesondere „der schlimmste jemals“)
Diese Symptome können auf seltene, aber ernsthafte Nebenwirkungen im Gefäßsystem hinweisen.
Typische Nebenwirkungen
Häufige oder bekannte Nebenwirkungen (individuell unterschiedlich) können sein:
- Übelkeit, Kopfschmerzen
- Spannungsgefühl in den Brüsten
- Stimmungsschwankungen
- Zwischenblutungen bzw. unregelmäßige Blutungen in der Anfangsphase
- Veränderungen des Libidoempfindens
Viele Effekte beruhigen sich nach einigen Einnahmemonaten. Dennoch: Wenn Nebenwirkungen stark sind, anhalten oder Sie sich unsicher fühlen, kontaktieren Sie Ihre behandelnde Praxis oder Ihre Apotheke.
9) Praktische Anwendungstipps (Alltagstauglich)
- Routinen schaffen: Nehmen Sie die Tablette in Verbindung mit einer festen Tagesroutine (z. B. nach dem Frühstück oder vor dem Zubettgehen).
- Blister richtig handhaben: Lagern Sie die Packung in der Originalverpackung. Achten Sie auf das aufgedruckte Datum und den Zustand der Tabletten.
- Reiseplanung: Nehmen Sie genug Tabletten für die Reisedauer mit und beachten Sie Zeitverschiebungen (besonders bei regelmäßiger Einnahme zur Uhrzeit).
- Therapie-/Medikamentencheck: Informieren Sie bei jeder neuen Verordnung (auch bei Antibiotika/Antimykotika/Kräutern) Ihre Apotheke über die Anwendung von Alesse.
- Bei Magen-Darm-Beschwerden: Bei starkem Erbrechen oder Durchfall gelten besondere Regeln. Halten Sie die Vorgehensweise der Packungsbeilage bereit.
10) Wechselwirkungen: Essen, Alkohol & Arzneimittel
Wechselwirkungen mit Lebensmitteln
Grundsätzlich hat Essen normalerweise keinen großen Einfluss darauf, ob Alesse „wirkt oder nicht“. Dennoch gilt:
- Erbrechen/Durchfall: Das Problem ist weniger „das Essen“, sondern die gestörte Aufnahme im Magen-Darm-Trakt. Wenn nach Einnahme starke Beschwerden auftreten, kann die Wirksamkeit sinken.
- Sehr schwere Magen-Darm-Symptome: In solchen Fällen kann eine zeitlich begrenzte zusätzliche Verhütung erforderlich sein.
Für die genaue Einschätzung ist wichtig, wie lange nach der Tabletteneinnahme Symptome auftreten. Wenn Sie das Gefühl haben, die Tablette wurde nicht aufgenommen, fragen Sie in der Apotheke nach.
Alkohol
Alkoholkonsum ist bei den meisten Menschen kein direkter „Gegenwirkungs“-Mechanismus gegen Alesse. Allerdings kann Alkohol indirekt relevant sein:
- Vergessene Einnahme: Alkohol kann dazu führen, dass die Tablette vergessen oder später genommen wird.
- Erbrechen: Bei starkem Alkoholkonsum mit Erbrechen kann die Aufnahme beeinträchtigt sein.
- Verträglichkeit: Übelkeit oder Kopfschmerzen können sich verstärken.
Wenn es zu Erbrechen nach der Einnahme kam, beachten Sie die Regeln für Magen-Darm-Störungen.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Besonders wichtig sind Wechselwirkungen, die den Leberstoffwechsel beeinflussen. Einige Wirkstoffe können die Wirksamkeit von kombinierten oralen Kontrazeptiva reduzieren, indem sie den Abbau beschleunigen.
- Bestimmte Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Phenytoin, Topiramat in bestimmten Dosen)
- Bestimmte Antibiotika/Antimykotika (je nach Substanz und Dauer)
- Rifampicin/Rifabutin (können die Wirksamkeit deutlich senken)
- Johanniskraut (Hypericum perforatum) – pflanzliches Arzneimittel, kann die Wirkung vermindern
- Bestimmte HIV- oder Hepatitis-C-Medikamente (je nach Wirkstoffkombination)
Umgekehrt können auch COC die Wirkung mancher Medikamente beeinflussen. Daher: Informieren Sie Ihre Apotheke über alle Mittel, die Sie einnehmen – auch über „nur gelegentliche“ Präparate.
11) Alkohol, Erbrechen und „verpasste Tablette“ – was dann?
Häufige Unsicherheiten im Alltag betreffen:
- Verpasste Einnahme (zu spät, aus Versehen ausgelassen)
- Erbrechen/Durchfall nach der Einnahme
Die richtige Vorgehensweise hängt vom genauen Zeitpunkt ab (und vom jeweiligen Abschnitt des Zyklus). Nutzen Sie deshalb unbedingt die konkreten Angaben in der Packungsbeilage. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie in Ihrer Apotheke nach – dort kann man anhand des Zeitpunkts und Ihrer Packungssituation gemeinsam das Vorgehen klären.
12) Alternative Optionen (wenn Alesse nicht passt)
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Empfängnisverhütung. Welche Option am besten geeignet ist, hängt u. a. von Ihrem Gesundheitsprofil, Blutungswünschen, Verträglichkeit und Lebensstil ab.
Hormonelle Alternativen
- Andere Kombinationspillen (mit anderen Gestagenen/Östrogen-Dosierungen)
- Reine Gestagenpillen (Minipille)
- Hormonring oder Hormonpflaster (andere Applikationsform)
- Hormonimplantat oder Hormonspirale (langwirksam, je nach Präparat)
Nicht-hormonelle Alternativen
- Kupferspirale
- Barrieremethoden (z. B. Kondome)
- ggf. natürliche Methoden (Planungsmethoden), abhängig von individueller Sicherheit
Wenn Nebenwirkungen auftreten oder bestimmte Risikofaktoren bestehen, kann ein Gespräch über Alternativen sinnvoll sein. Ihre Apotheke kann Ihnen dabei helfen, passende Optionen zu unterscheiden und Fragen zur Anwendung zu klären.
13) Alesse in Deutschland: Markt- und rechtlicher Kontext
In Deutschland unterliegen Arzneimittel wie Alesse dem geltenden Arzneimittelrecht und den Vorgaben zur Arzneimittelsicherheit, Vermarktung und Kennzeichnung. Für Anwenderinnen ist es wichtig,:
- die Packungsbeilage jederzeit griffbereit zu haben
- die korrekte Einnahmeanleitung einzuhalten
- aktuelle Sicherheitsinformationen (z. B. bei Rückrufen oder neuen Erkenntnissen) über offizielle Kanäle zu verfolgen
Aktuelle bzw. neuere Empfehlungen (allgemein)
In den letzten Jahren haben Fachkreise und Leitlinien verstärkt auf die individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung sowie auf die Bedeutung von Warnzeichen und Wechselwirkungsmanagement hingewiesen. Besonders relevant sind:
- Thromboserisiko bewerten (inkl. familiärer Faktoren, Rauchen, Migräneformen)
- Wechselwirkungen frühzeitig erkennen (z. B. durch Enzyminduktoren)
- konsequente Einnahme zur Sicherung der Verhütung
Für die jeweils beste Empfehlung ist der individuelle Gesundheitsstatus entscheidend.
14) Lieferung & Verfügbarkeit im Onlinehandel (Deutschland)
Alesse kann je nach Anbieter und Lagerbestand in Deutschland verfügbar sein. Online-Apotheken prüfen typischerweise Verfügbarkeit, Packungsgröße und Lagerstatus unmittelbar vor dem Versand.
- Lieferzeit: hängt vom Lagerbestand und der Region ab; häufig erfolgt die Lieferung innerhalb weniger Werktage.
- Produktqualität: Originalverpackung, sachgerechte Lagerung und Versandprozesse gemäß Apothekenstandard.
- Verpackungs- & Versandhinweise: prüfen Sie bitte die Angaben im Checkout bzw. in den Versandinformationen der jeweiligen Apotheke.
Achtung: Bitte bestellen Sie nicht „auf Vorrat“, wenn ein Ablaufdatum absehbar ist. Überprüfen Sie das MHD bei Anlieferung.
15) Sicherheit in besonderen Situationen (kurzer Überblick)
- Nach Schwangerschaft/Entbindung: Der Zeitpunkt der Wiederaufnahme hormoneller Verhütung hängt von individuellen Faktoren ab. Lassen Sie sich hierzu gezielt beraten.
- Stillzeit: Kombinierte Präparate werden in der Stillzeit häufig nicht bevorzugt. Besprechen Sie Alternativen.
- Operationen/Immobilisation: Bei geplanten Eingriffen kann eine Anpassung nötig sein, um das Thromboserisiko zu reduzieren.
- Rauchen: Rauchen erhöht das Risiko unter kombinierten Präparaten. Besonders relevant bei höherem Alter.
In solchen Fällen ist die individuelle ärztliche Bewertung besonders wichtig.
16) FAQ – Häufige Fragen zu Alesse
Wie schnell wirkt Alesse?
Das hängt davon ab, wann Sie mit der Einnahme begonnen haben (z. B. am 1. Zyklustag vs. später im Zyklus). In vielen Fällen ist der Schutz bei Start am 1. Zyklustag sofort gegeben. Bei späterem Start kann eine zusätzliche Barrieremethode für eine gewisse Zeit erforderlich sein. Lesen Sie dazu die Packungsbeilage bzw. fragen Sie in der Apotheke nach.
Was passiert, wenn ich eine Tablette vergesse?
Das Vorgehen ist abhängig von der Einnahmewoche und davon, wie viel Zeit seit dem üblichen Einnahmezeitpunkt vergangen ist. Nutzen Sie die konkrete Anleitung der Packungsbeilage. Bei Unsicherheit empfiehlt sich eine Rückfrage in der Apotheke, damit Sie das richtige Vorgehen wählen.
Darf ich Alesse zusammen mit Antibiotika einnehmen?
Einige Antibiotika können die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel beeinflussen. Das ist stark abhängig von der konkreten Substanz. Informieren Sie Ihre Apotheke über Ihre Medikation, dann kann man das Risiko einer Wechselwirkung einschätzen und ggf. ein Vorgehen (z. B. zusätzliche Verhütung) festlegen.
Beeinflusst Essen die Wirkung?
Normalerweise nicht. Problematisch wird es vor allem, wenn nach der Einnahme Erbrechen oder starker Durchfall auftritt und dadurch die Aufnahme beeinträchtigt sein kann. Dann gelten spezielle Regeln aus der Packungsbeilage.
Kann ich Alkohol trinken?
Gelegentlicher Alkoholkonsum ist in der Regel nicht direkt kontraindiziert. Dennoch können Situationen wie Erbrechen, Vergessen der Einnahme oder verstärkte Nebenwirkungen relevant sein. Wenn Sie kurz nach der Einnahme erbrechen mussten, beachten Sie die Regeln für Magen-Darm-Störungen.
Welche Nebenwirkungen sind häufig?
Häufige mögliche Nebenwirkungen sind z. B. Kopfschmerzen, Übelkeit, Spannungsgefühl in den Brüsten, Stimmungsschwankungen oder Zwischenblutungen in der Anfangsphase. Wenn Nebenwirkungen stark sind oder anhalten, sprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.
Wann sollte ich sofort ärztliche Hilfe suchen?
Sofort medizinische Hilfe ist erforderlich bei möglichen Zeichen eines Blutgerinnsels oder schwerwiegenden Gefäßereignissen, z. B. starke einseitige Beinschmerzen, Brustschmerzen, Atemnot, plötzliche Lähmungen, Sprachstörungen oder „ungewöhnlich starker“ Kopfschmerz.
Gibt es Alternativen, falls Alesse nicht passt?
Ja. Je nach Situation kann eine andere Kombinationspille, eine reine Gestagenmethode oder eine nicht-hormonelle Methode sinnvoll sein. Die Auswahl sollte individuell erfolgen.
Zusammenfassung
Alesse (Levonorgestrel / Ethinylestradiol) ist ein kombiniertes orales Kontrazeptivum zur Schwangerschaftsverhütung. Es wirkt vor allem durch die Hemmung des Eisprungs, die Veränderung des Zervixschleims und die Beeinflussung der Gebärmutterschleimhaut. Für eine zuverlässige Verhütung ist das konsequente tägliche Einnahmeschema entscheidend – besonders bei vergessenen Tabletten oder Magen-Darm-Beschwerden.
Aufgrund möglicher Risiken und Wechselwirkungen (z. B. bei bestimmten Medikamenten oder Johanniskraut) ist es wichtig, Ihre aktuelle Medikation zu prüfen und bei Warnzeichen sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

